Warnsystem zur Rettung vermiβter Kinder

Seit Madeleines Entführung haben wir viel über vermiβte Kinder und Kindesausbeutung gelernt. Das Ausmaβ des Problems is gewaltig und weltweit weit verbreitet. Obwohl es natürlich unsere Priorität ist und bleiben wird, Madeleine zu finden, fühlen wir uns auch verpflichtet, das Problem und Bereiche der Gesetzgebung, die verbessert werden können, aufzuzeigen, um die Welt für alle Kinder zumindest ein kleines biβchen sicherer zu machen.

Das AMBER Warnsystem in den USA beruht auf der freiwilligen Kooperation zwischen Strafverfolgungsbehörden, Rundfunk/Fernsehen und dem Transportwesen, um in den schlimmsten Fällen von Kindesentführungen sofort eine dringende Warnmeldung an die allgemeine Öffentlichkeit zu bringen. Das Ziel einer solchen Warnmeldung ist es, das ganze Umfeld bzw. die Gesellschaft im weiteren Rahmen umgehend dazu zu bewegen, bei der Suche nach dem Kind und dessen sicherer Rettung mitzuhelfen. Ähnliche Warnsysteme wurden auch in einigen europäischen Ländern entwickelt. Der "Alerte Enlevement" in Frankreich hat sich, genau wie das amerikanische AMBER Warnsystem auch, als sehr erfolgreich erwiesen. Hier einige Zahlen, die das belegen:

- Das AMBER Warnsystem in den USA hat seit seiner Einführung dazu beigetragen, daβ 443 entführte Kinder erfolgreich wiedergefunden werden konnten (>90% aller Kindesentführungen in den letzten sieben Jahren)

- Eine bedeutende Anzahl an Entführern geben von ihnen entführten Kinder frei, wenn sie hören, daβ das AMBER Warnsystem aktiviert wurde!

- Der "Alerte Enlevement" in Frankreich wurde seit seiner Einführung 2006 acht Mal aktiviert – in den ersten sieben Fällen wurden ALLE Kinder lebend wiedergefunden. (ein dreijähriges Mädchen, das am 20. März 2009 entführt wurde, gilt noch als vermiβt)

Für weitere Informationen, besuchen Sie folgende Websites:

www.ncmec.org
www.amberalert.gov
www.alerte-enlevement.gouv.fr
www.childrescuealert.com
www.missingkids.co.uk

Angesichts der tragischen Vorfälle in unserer Familie und nachdem wir uns der Tatsachen bewuβt geworden waren, begannen Gerry und ich uns für ähnliche Warnsysteme zur Rettung vermiβter Kinder in allen Ländern Europas – mit grenzenüberschreitender Wirkung, was zu deren Erfolg unerläβlich ist - einzusetzen. Die Europäische Kommission in Kooperation mit "Missing Children Europe" ("Vermiβte Kinder Europa") und vielen anderen von den jeweiligen Regierungen unabhängigen Organisationen hatte bereits einige Vorarbeit geleistet. Aufgrund des groβen Bekanntheitsgrads, den Madeleines Fall auf sich gezogen hatte, hatten wir das Gefühl, daβ unsere Mitwirkung die laufenden Entwicklungen positiv beeinflussen und vorantreiben könnte. Im April 2008 legten wir MEPs (Mitgliedern des Europäischen Parlaments) am Europäischen Parlament in Brüssel eine schriftliche Erklärung zum Thema "Zusammenarbeit im Notfall zur Rettung vermiβter Kinder" vor. In der Folge versuchten wir, zusammen mit vielen anderen (Missing People UK; Catherine Meyer; der Helping To Find Madeleine Organisation; den Sponsoren der schriftlichen Erklärung: Edward McMillan Scott, Roberta Angelilli, Glenys Kinnock, Evelyne Gebhardt und Diana Wallis; und vielen Freunden und Mitgliedern der allgemeinen Öffentlichkeit), die MEPs dazu zu veranlassen, die schriftliche Erklärung zu unterschreiben. Glücklicherweise kamen über die folgenden wenigen Monate 418 Unterschriften zusammen (>50% der MEPs), was bedeutete, daβ die Erklärung offiziell zu einer Resolution des Europäischen Parlaments gemacht wurde. Wir sind all den MEPs, die uns mit ihrer Unterschrift unterstützt haben, sehr dankbar!

Die Ratifizierung der schriftlichen Erklärung ist nur ein kleiner Schritt auf dem Weg, das Ziel eines europaweiten Warnsystems zur Rettung vermiβter Kinder zu erreichen. Trotzdem hat das frustrierend schwerbewegliche und bürokratische Prozedere dadurch zweifellos mehr Antriebskraft– das Thema hat auf der Liste politischer Programmpunkte zuallermindest einen höheren Stellenwert erhalten. Viele für die Sache relevante und weiterführende politische Sitzungen haben seither stattgefunden, was dazu geführt hat, daβ viele EU-Mitgliedsstaaten in der Folge daran arbeiten, ihrerseits ein AMBER Warnsystem-ähnliches System zu enwickeln. Wir hoffen, daβ wenn die Warnsysteme aller Mitgliedstaaten funktionsfähig sind und sich Richtlinien für grenzüberschreitende Zusammenarbeit soweit etabliert haben, viele entführte Kinder gefunden und mit ihren Familien wiedervereinigt werden können, wie das bereits in den USA der Fall ist.

Wir werden auf dieser Seite weiter Neuigkeiten zu Entwicklungen in Europa veröffentlichen – so wie die Informationen uns selbst erreichen. Bleibt zu hoffen, daβ wir die Antriebskraft, die wir bisher gewonnen haben, halten können, um unser aller Chancen zu verbessern, entführte Kinder so schnell wie möglich wiederzufinden.